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Liliane Chappuis, SP
Maya Graf, Grüne
Josef Kunz, SVP
Jacques Neirynck, CVP
Johannes Randegger, FDP
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Als der Film in die Kinos kam spürte ich schon eine
gewisse Eifersucht. Man fragte sich, warum in
diesem Film keine Stars aus dem Parlament
berücksichtigt wurden, sondern eher Leute, die
nicht so oft in den Medien auftreten. Eigentlich ist
es schade, dass wir in der Politik vermehrt
Showmen und Showgirls antreffen, die sich nur um
ihr Erscheinungsbild und um ihre Medienauftritte
kümmern, anstatt sich auf die Geschäfte zu
konzentrieren.
Als ich den Film sah, war ich eher von den anderen
beeindruckt als von mir selber. Vielleicht auch...
weil man sich nicht gerne selber sieht.
Ehrlich gesagt, der Film spielte kaum eine Rolle,
dass ich nicht wiedergewählt wurde. Das hatte
seine Gründe vor allem in der Lokalpolitik. Nun
kann ich mich anderen Dingen widmen, ich kann
wieder ins Theater... und ich habe wieder etwas
Zeit für mich. Das hatte ich stark vernachlässigt.
Aber ich bin weiterhin politisch aktiv als
Bürgermeisterin meiner Gemeinde. Da gibt es
noch einiges anzupacken. Zudem ist es sehr bürgernah.
Aber ich bedaure nichts.
Liliane Chappuis
Als ich den Film zum ersten Mal sah, klar, da hatte
ich einen Schock! Ich konnte zwei Nächte nicht
mehr schlafen. In diesem Film sah ich zum ersten
Mal, wie mein "Fremdbild" aussieht. Das stimmt
wohl bei den wenigsten Leuten mit der eigenen
Vorstellung überein. Die Leute haben ein Bild von
mir, einerseits kann es ein Vorteil sein, denn ich
werde erkannt, man weiss, welche Themen ich
vertrete. Andererseits schränkt ein Image auch ein,
denn man wird auf einen Punkt reduziert. Und ich
bin auch nicht immer so gut gelaunt und fröhlich
wie im Film. Einige Zuschauer, vor allem Frauen,
haben sich sehr stark mit meiner Person identifiziert.
Sie wollten zum Beispiel wissen, wie ich
Enttäuschungen verarbeite. Andere waren vor
allem sehr schockiert. Sie fanden es unglaublich,
wie wir im Bundeshaus Kuhhandel betreiben! Sie
haben sich etwas extrem seriöses... etwas
Hochstehenderes vorgestellt.
Maya Graf
Man musste sich natürlich etwas daran gewöhnen,
sich auf einer grossen Leinwand, wie zum Beispiel
in Locarno zu sehen. Das war natürlich ein
Erlebnis, aber ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl.
Viele sagten, sie hätten nicht erwartet, wie Politik
so läuft. Auch in Bezug auf mich dachte man wohl,
ich sei so ein Bauer, der eh nichts zu sagen hat.
Man hat aber doch gesehen, dass man auch als
Bauer etwas bewirken kann. Selbst
Wissen-schaftler kann man manchmal etwas
übertölpeln.
Es gab schon mal Bemer-kungen von aussen, also
auf den Kunz müsse man etwas schauen, sonst
geht der uns noch fremd mit dieser Grünen! Sie
waren vielleicht etwas neidisch, dass ich eine
Hauptrolle hatte. Aber man darf das Ganze nicht
überbewerten. Einen gewissen Einfluss hatte der
Film sicher, aber mein Wahlresultat war ziemlich
identisch mit demjenigen vor 4 Jahren.
Nach meiner Beurteilung bin ich eher eine Spur zu
ernst im Film. Jemand der mich von früher her
kennt wurde vielleicht überrascht, wie ich das in
Bern gemacht habe. Es gibt vielleicht Leute, die
hätten mir das nicht zugetraut.
Josef Kunz
Der Film kam vor den Wahlen 2003 in die Kinos.
Ich machte ein sehr gutes persönliches Ergebnis,
aber die Partei hat dennoch meinen Sitz verloren.
Das zeigt, dass der Film einen Einfluss auf eine
Person haben kann, aber nicht auf das Bild einer
Partei.
Der Film hat mich den anderen Politikern des Films
angenähert. Sie waren anfänglich vor allem
Gegner, doch es haben sich daraus
Freundschaften entwickelt. Ich habe auch gemerkt,
dass ich ein richtiger Politiker geworden bin, der in
der Kommission und im Plenum, aber auch in der
öffentlichen Meinung Einfluss hat und eine Rolle
spielt. Sie ist oft schwierig einzuschätzen, denn
man weiss nie genau, wann man eine entscheidende
Rolle spielt oder ob man nur eine schlaue
Nebenrolle spielt. Für diejenigen, die etwas davon
verstehen gab ich ein Bild eines Wissenschaftlers
ab, der auf Grund seiner Überlegung entscheidet.
Und für die anderen, die nichts von einem wissenschaftlichen
Diskurs verstehen, bin ich ein
Politiker, der seine Meinung ändert, ohne genau zu
wissen weshalb.
Jacques Neirynck
Bevor ich den Film zum ersten Mal sah, hatte ich
keine spezielle Szene im Kopf, bei der ich gedacht
hätte, hoffentlich kommt die nicht im Film! Aber es
gab natürlich prompt einige Szenen, die ich lieber
nicht im Film gesehen hätte... aber ich habe mich
gut daran gewöhnt. Und die Reaktionen waren
mehrheitlich positiv, man sagte mir oft:”Man sieht,
wie du kämpfst!”
Die Rolle, die ich im Parlament wahrnehmen
möchte, wurde durch den Film sicher bestärkt. Das
spürte ich vor allem bei den neuen
Parlamentariern. Sehr viele haben den Film gesehen
und kamen auf mich zu, als kannten sie mich
schon seit Jahren. Sie sagten: "Du bist doch derjenige
aus dem Mais im Bundeshuus…" und suchten
sofort einen persönlichen Kontakt.
Meine Familie hat den Film "wohlwollend" kommentiert.
Nicht überschäumend! Niemand sagte,
ich sei super gewesen, sondern eher: "Du bist, wie
du bist! Jetzt hast du mal gesehen, wie du bist!"
Johannes Randegger
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