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Jean-Stéphane Bron, Regie
Karine Sudan, Schnitt
Eric Stitzel, Kamera
Christian Garcia, Musik
Adrian Blaser, Regieassistent
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Mais im Bundeshuus
Le génie helvétique
In einer Zeit, in der man sich immer weniger für Politik zu interessieren scheint, wollte ich einer vermeintlich einfachen Frage nachgehen: Wie funktioniert das genau im Bundeshaus? Eine Antwort, die sich in meinem Film abzeichnet, ist vielleicht folgende: Es klappt, weil sich die verschiedensten Menschen immer wieder zusammenraufen und miteinander reden, auch wenn sie keineswegs gleicher Meinung sind. Aber irgend einmal können sie sich sagen: "Damit kannst du leben - und ich kann es auch." Diese Geschichte stellt die Politik auf eine menschliche Ebene. Dabei wird immer wieder vor Augen geführt, dass es sich bei PolitikerInnen ganz einfach um Frauen und Männer mit Stärken und Schwächen handelt. Und sie müssen Lösungen finden - zu Fragen, die sehr, sehr schwierig zu beantworten sind.
Es geht dabei nicht nur um Mauscheleien und Ränkespiele hinter den Kulissen. Ich glaube, dass der Film die Demokratie ohne Verherrlichung zeigt und einen Einblick in ein fragiles Gleichgewicht gibt.
Mais im Bundeshuus
Le génie helvétique
Dieser Film war eine ganz besondere Herausforderung: Der Ort ist tatsächlich einzigartig, der Zeitablauf war äusserst ungewiss - und von dieser Welt hatte ich schlicht keine Ahnung. Das Thema hörte sich eher trocken an, es erwies sich aber als ungeheuer spannend.
Ich tauchte jedesmal in ein unbekanntes Universum ein, flirtete mit den Figuren auf meinem Bildschirm und beobachtete ihre Eigenheiten: hier ein Augenzwinkern, da eine Formulierung mit einer widersprüchlichen Geste. Der Schnitt dauerte 5 Monate lang. Das sind natürlich aussergewöhnliche Bedingungen, die es erlauben, etwas zu versuchen, sich auch einmal zu irren und Distanz zu schaffen. Die Drehtage kreuzten sich manchmal mit meiner Arbeit am Schneidetisch, und so wartete ich voller Vorfreude auf die neuen Episoden.
Vor Überraschungen waren wir nicht gefeit, aber mit der Zeit lernte ich die Figuren sehr gut kennen, ohne sie je in Natura gesehen zu haben. Und das Bundeshaus wurde zu einer richtigen Obsession...
Mais im Bundeshuus
Le génie helvétique
Ich musste erstmal verschiedene Techniken ausprobieren, um den recht dunklen Verhältnissen im Bundeshaus gerecht zu werden. Vor dem Zimmer 87, wo wir auf die Kommissionsmitglieder warteten, gab es glücklicherweise ein recht sanftes Deckenlicht. Je nach Situation, teilweise in einer regelrechten Feuerwehrübung, arbeitete ich mit Schulterkamera, aber auch mit sehr konstruierten Einstellungen auf Stativ. Wir versuchten, die gesamte Räumlichkeit des Ganges auszuloten und waren äussert nahe am Geschehen (wie später auch in den Wandelhallen und im Ratssaal). Wir versuchten, sowohl eine Leichtigkeit wie auch eine gewisse Strenge im Aufbau der Bilder zu bewahren, um der Geschichte eine einfache Lesbarkeit zu verleihen.
Eric Stitzel
Mais im Bundeshuus
Le génie helvétique
Jean-Stéphane hatte mir ursprünglich ein ganzes Symphonieorchester versprochen... Er hat wohl nicht nicht mit zwei Jahren Dreharbeiten gerechnet, bei denen das Budget für die Filmmusik beträchtlich schrumpfte.
Als ich die erste Version des Schnittes mit der Ankunft der Helden im Bundeshaus sah, musste ich an Toreros in der Arena denken. Die Musik sollte ironische Würze enthalten, damit sie eine eigenen Kommentar ergibt und eine gewisse Distanz zur Tragweite des Themas schafft. Meine Komposition hat eine einfache Struktur, ganz im Sinne eines "post-rock Mariachi"...
Christian Garcia
Mais im Bundeshuus
Le génie helvétique
Der Gang vor dem Zimmer 87 war unser Wartsaal. Mit der Zeit hatten wir so unsere Tricks um vorauszusehen, wann einer unserer Helden herauskommen und seinen Botenbericht abliefern würde. Diesen Moment sollten wir lieber nicht verpassen!
Meine Arbeit bestand vor allem darin, das Terrain freizuschaufeln, d.h. Termine planen, Kontakte knüpfen, Drehgenehmigungen einholen und das Material vorbereiten, damit wir auch wirklich alles drehen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Doch meistens kam sowieso alles anders, also mussten wir vor Ort eine Lösung finden. Und dann war ich auch noch so etwas wie der Hofübersetzer, denn das Schweizerdeutsche hat in den Ohren des Regisseurs - vor allem am Anfang - oft einen rätselhaften Charakter.
Adrian Blaser
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